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Unsere CSU-Stadtratskandidaten im Gespräch mit

Bürgermeister Udo Dauer

Schnelle

Internetanbindung

  

Herr Dauer, sie sagten einmal: „Vor einiger Zeit lautete meist die erste Frage von Leuten, die nach Weismain ziehen wollten, wie hoch der Grundstückspreis liege. Heute ist meist die erste Frage: „Ist schnelles Internet vorhanden?“ Wie reagiert die Stadt Weismain auf diesen Wandel der Zeit?

 

Wir haben das Thema „Breitband“ schon sehr früh aufgegriffen. Angedacht war, nachdem noch vor nicht all zu langer Zeit eine Verkabelung unseres riesigen Stadtgebietes wegen der großen Anzahl der Ortschaften und der niedrigen Bevölkerungsdichte unbezahlbar erschien, eine Versorgung per Funk. Den Anfang haben wir vor einigen Jahren in Arnstein gemacht. Von hier aus sollte die Erschließung des restlichen Stadtgebietes nach und nach erfolgen.

Zwischenzeitlich gibt es jedoch ein neues Förderprogramm, das den Ausbau eines Leitungsnetzes in den Kommunen ermöglichen soll und eine Geschwindigkeit von mindestens 30 Mbit/s garantiert, so dass die Funklösung aus heutiger Sicht weitgehend in den Hintergrund rückt. Damit wollen wir einen möglichst flächendeckenden kabelgebundenen Breitbandausbau im Stadtgebiet erreichen. Erfreulicherweise hat der Stadtrat hierfür bereits einstimmig „grünes Licht“ signalisiert.

 

Was haben Sie hinsichtlich des neuen Förderprogramms bislang konkret unternommen?

 

Glücklicherweise hatten wir einen entsprechenden Weitblick bei der Errichtung der „Jurasolarparks“, indem wir mit dem Projektentwickler vereinbart hatten, ein Leerrohr für die Verlegung eines Glasfaserkabels entlang der Autobahn A 70 vorzusehen. Als nächsten Schritt habe ich mich an die Nachbarkommunen Stadelhofen, Wonsees und Thurnau gewendet mit dem Ziel, ein „Interkommunales Projekt“ hinsichtlich der Verlegung des Glasfaserkabels im zwischenzeitlich vorhanden Leerrohr zu begründen. So können einzelne Ortschaften wie z. B. Buckendorf, Fesselsdorf und Weiden erschlossen werden können. Zielsetzung des „Interkommunalen Projektes“ sollte sein, den Einstieg in das neue Förderprogramm zu finden. Erfreulicherweise konnte zwischenzeitlich eine entsprechende Kooperationsvereinbarung abgeschlossen und mit der Umsetzung des Förderverfahrens begonnen werden.

 

Kürzlich war in der Tagespresse zu lesen, dieses „interkommunale Projekt“ sei etwas ganz Besonderes. Warum?

 

Weil es sich um das derzeit einzige Projekt seiner Art in ganz Bayern handelt. Und hierauf bin ich auch etwas stolz, wenn man insbesondere bedenkt, dass kürzlich die führenden Personen, die im Freistaat Bayern für den Breitbandausbau verantwortlich sind, bei uns im Rathaus waren und sich über dieses Projekt informiert haben. Damit konnten wir so überzeugen, dass dieses zwischenzeitlich als „Vorzeigeprojekt“ auf einer großen Fachtagung in München präsentiert wurde und nun bayernweit Schule machen soll.

 

Sie sagten, über das „Interkommunale Projekt“ sollen die Orte Buckendorf, Fesselsdorf und Weiden mit Breitband erschlossen werden. Was geschieht mit den anderen Ortschaften?

 

Die Konzeption für die Breitbanderschließung des übrigen Stadtgebietes läuft parallel zum „Interkommunalen Projekt“ und ist ebenfalls nahezu abgeschlossen. Somit geht es jetzt ins „Eingemachte“.

 

Wie sieht demnach die zeitliche Schiene für die Umsetzung der Breitbanderschließung im Stadtgebiet aus?

 

Bei optimalem Verlauf der Dinge ist vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrates geplant, Ende April 2014 die erforderlichen Beschlüsse zu fassen, um ins Auswahlverfahren einsteigen zu können. Voraussichtlich im Juni/Juli 2014 könnten sodann die Aufträge an entsprechende Telekommunikationsanbieter erteilt werden.

Zusammenfassend rechnen wir mit einer Umsetzung der konkreten Maßnahmen in den Jahren 2014/2015.

 

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Verkehrskonzept der Stadt Weismain

 

 

Seit fast 100 Jahren plant die Stadt Weismain schon den Bau einer Umgehungsstraße. Was ist eigentlich bislang in dieser Angelegenheit zur Umsetzung dieses Projektes geschehen?

 

In den 1960ger Jahren hat man sich zunächst auf eine Trasse, die unterhalb der „Jakobshöhe“ verlaufen soll, geeinigt und diese später im Flächennutzungsplan der Stadt Weismain ausgewiesen. Diese Trasse wurde schließlich im Jahr 1998 noch einmal durch einen Bürgerentscheid mit einem Votum von 54,89 % bei einer Wahlbeteiligung von ca. 68 % bestätigt. Leider ist es damals den Verantwortlichen nicht gelungen, dieses Projekt in der Dringlichkeitsstufe eins des „Ausbauplans für Staatsstraßen“ zu platzieren, der nur alle zehn Jahre fortgeschrieben wird. Dies wäre grundlegende Voraussetzung für eine zeitnahe Umsetzung des Projekts gewesen.

Und wie ging es danach weiter?

 Zunächst einmal passierte in den Folgejahren in dieser Angelegenheit nichts mehr. Erst nach meiner Amtsübernahme im Jahr 2008 habe ich dieses Thema wieder aufgegriffen, da mir bewusst war, dass in den Jahren 2010/2011 wieder eine Fortschreibung des „Ausbauplans für Staatsstraßen“ anstand und es für die Fortentwicklung unserer Stadt unbedingt gelingen musste, das Projekt diesmal in die Dringlichkeitsstufe eins zu bringen, was dann entgegen sämtlicher Vorhersagen in der Fachwelt gelang. Im November 2013 hat die Stadt Weismain für den Freistaat Bayern als Baulastträger das Baurecht im Wege eines Bebauungsplans geschaffen.

Warum hat die Stadt Weismain einen Bebauungsplan aufgestellt. Dies ist doch eigentlich absolut unüblich für Staatsstraßenprojekte. Führt nicht der Freistaat Bayern in solchen Fällen ein Planfeststellungsverfahren durch?

Dies ist grundsätzlich richtig. Doch ich habe dem Stadtrat empfohlen, den Weg über das Bebauungsplanverfahren zu wählen um dem Freistaat Bayern zu demonstrieren, dass die Stadt Weismain hinter dem Straßenbauprojekt steht. Zudem sollte die Stadt „Herrin des Verfahrens“ bleiben. Dieser Weg hat sich als absolut richtig erwiesen, da es sich bei der Straße, die nun gebaut werden soll, nicht mehr, wie ursprünglich geplant, um eine typische Umgehungsstraße, sondern um die reine Verlegung einer Ortsstraße handelt.

Was bedeutet dies konkret?

In unzähligen Gesprächen mit  unmittelbar betroffenen Anliegern des zukünftigen Straßenbauprojektes konnten wir unter Einbeziehung  deren Vorstellungen eine ganz neue Variante entwickeln und diese auch dem Staatlichen Bauamt Bamberg vermitteln. Anstelle von Brücken soll diese nun auf etwa demselben Höhenniveau verlaufen, wie die Giechkröttendorfer-Straße und der Hutzelbrunnen. Im innerörtlichen Bereich wird die Höchstgeschwindigkeit 50 km/h betragen. Damit konnten wir aus meiner Sicht eine für alle betroffenen Anlieger zumutbare Lösung finden. Zudem bemühen wir uns mit allen Kräften, für die Anlieger beim Freistaat Bayern zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen zu erwirken. 

Manche Anlieger sprechen dennoch von „Unzumutbarkeit“. Ist dies nachvollziehbar?

Aus meiner Sicht ganz und gar nicht. Ich habe zwar Verständnis dafür, dass man sich als Anlieger nicht gerade freut, wenn die Straße nun gebaut werden soll. Man darf jedoch nicht außer Acht lassen, dass sämtliche Anlieger zum Zeitpunkt der Errichtung ihrer Häuser wussten bzw. wissen mussten, dass sie ihre Vorhaben in unmittelbarer Nähe zu einer geplanten Straße verwirklichten. Während ein großer Teil heute einräumt, dies gewusst zu haben, wollen manche sich hingegen nicht mehr an diesen Umstand erinnern und versuchen, das Projekt mit allen Mittels zu torpedieren. Dies finde ich im Hinblick auf die einmalige Entwicklungschance der Stadt Weismain verantwortungslos und schade.

Vom Staatlichen Bauamt Bamberg war jüngst zu hören, dass ein Beginn mit den Bauarbeiten für die Straße im Jahr 2015 durchaus realistisch erscheinen könnte. Kann dies tatsächlich möglich sein?

Auch mir ist diese Aussage bekannt. Voraussetzung ist jedoch, dass unser Bebauungsplan nicht beklagt wird. Hiervor warne ich ausdrücklich. Wenn jetzt nicht gebaut wird, dann befürchte ich, dass dies nie mehr der Fall sein wird. Man muss nämlich folgende Überlegung anstellen: Es gibt bayernweit unzählige Kommunen, die nur darauf warten, dass ihnen der Freistaat Bayern eine Straße baut und finanziert. Wenn der Straßenbau in Weismain jedoch bewusst verzögert werden sollte, dann muss ernsthaft befürchtet werden, dass andere Kommunen den Vorzug erhalten und das Projekt in Weismain damit stirbt. Was dies für die Entwicklung unserer Stadt und der heimischen Wirtschaft bedeutet, das dürfte jedem wohl klar sein.

Im geltenden Regionalplan ist als Forderung der Höheren Naturschutzbehörde verankert, dass das Straßenbauprojekt in Weismain nur dann verwirklicht werden kann, wenn im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit dessen Bau eine Entlastung des Kleinziegenfelder-Tals vom Schwerlastverkehr erfolgt. Wie soll dies geschehen?

Darüber hat sich der Stadtrat schon in den 1990ger Jahren Gedanken gemacht und hat deswegen den Landkreis Lichtenfels gebeten, Ortsumfahrungen von Wunkendorf und Modschiedel im Verlauf der Kreisstraße LIF 12 zu errichten, was dieser zugesichert hat

Trotz der Tatsache, dass Stadtrat Alois Dechant den damaligen Beschluss mitgetragen hat, forciert dieser nach wie vor vehement den Ausbau der sog. „Judenwegtrasse“, trotz dass der Stadtrat diesen im Jahr 2013 nach sorgsamer Abwägung sämtlicher Umstände mehrheitlich abgelehnt hat. Warum ist man seinem Vorschlag nicht gefolgt?

Nachdem der Stadtrat vom Landkreis Lichtenfels aufgefordert wurde, eine Entscheidung zu treffen, ob er nun den Ausbau der „Judenwegtrasse“ wolle oder an der ursprünglichen Absicht festhält, die Ortschaften Wunkendorf und Modschiedel zu umfahren, hat sich dieser mehrheitlich für Letzteres entschieden. Bei dieser Entscheidung hat er es sich keineswegs leicht gemacht. Viele Gespräche und Verhandlungen mit sämtlichen zuständigen Behörden, bei denen teilweise auch die Fraktionsvorsitzenden mit eingebunden waren, haben ergeben, dass der Ausbau der „Judenwegtrasse“ in naher Zukunft nicht umsetzbar ist. Dies ganz besonders, da sie nicht im „Ausbauplan für Staatsstraßen“ enthalten ist, der erst um 2020 erneut fortgeschrieben wird. Ob eine Aufnahme dann in der vordersten Dringlichkeitsstufe überhaupt erfolgen kann, erscheint höchst fraglich.

Herr Dechant bestreitet dies jedoch vehement und bezog sich im Rahmen einer Stadtratssitzung auf persönliche Absprachen zwischen ihm und dem Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann. Demnach habe dieser zugesichert, die Umsetzung der „Judenwegtrasse“ sei sehr wohl machbar. Angeblich sei diese lediglich vom Bürgermeister und dem Landrat nicht gewollt und werde deshalb torpediert. Entspricht dies den Tatsachen?

Der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat in dieser Angelegenheit mit Schreiben vom 21.01.2014 gegenüber unserem Landtagsabgeordneten Jürgen Baumgärtner (CSU) Stellung bezogen. Aus diesem Schreiben darf ich auszugsweise wie folgt zitieren:

„...Eine zeitnahe Umsetzung (der Judenwegtrasse) kann damit unabhängig von der Frage der wirtschaftlichen und rechtlichen Realisierbarkeit ausgeschlossen werden. Ferner kann ich versichern, dass mir persönliche Absprachen mit Herrn Dechant bezüglich der Judenwegtrasse nicht bekannt sind.“

Über die Aussagekraft so mancher Behauptungen kann sich damit jeder selbst ein entsprechendes Bild machen.

Kann man mit damit sagen: Wer bei Kenntnis der genannten Umstände weiterhin für die „Judenwegtrasse“ plädiert, nimmt damit ein Scheitern des Straßenbauprojektes in Weismain aus zeitlichen Gründen in Kauf.

Ja, genau so sehe ich das.

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Kommunalfinanzen

Wie hat sich die Verschuldung der Stadt Weismain eigentlich in Ihrer Amtszeit zwischen 2008 und 2014 entwickelt?

Aus meiner Sicht gar nicht einmal so schlecht. Am 31.12.2007, also zu Beginn meines Amtsantrittes, hatte die Stadt Weismain eine Gesamtverschuldung in Höhe von 21.097.282,92 €. Zum 31.12.2013 betrug diese 18.010.252,47 €. Insbesondere durch eine äußerst disziplinierte Haushaltsführung und Ausschöpfung der höchstmöglichen Fördersätze bei Investitionen ist es somit gelungen, in den vergangenen sechs Jahren meiner Amtszeit Schulden in Höhe von 3.087.030,45 € abzubauen.

Das klingt ja hoch erfreulich. Kürzlich war jedoch in der Tageszeitung zu lesen, dass es sich hierbei um eine „Milchmädchenrechnung“ handeln würde. Wie kommt es zu diesem Vorwurf?

Wer von einer „Milchmädchenrechnung“ spricht, der „unterschlägt“ die Schulden, die durch die Finanzierung der Wasser- und Abwassermaßnahmen in den südlichen Stadtteilen entstanden sind. Auch wenn diese sog. „Drittschulden“ im Haushalt nicht veranschlagt sind, so müssen diese bei einer ehrlichen Betrachtung bei der Berechnung der Gesamtverschuldung zwingend berücksichtigt werden. Schulden sind und bleiben nun einmal Schulden und zwar so lange, bis diese restlos getilgt sind. Die Tilgung der Drittschulden hat bis einschließlich 2011 stattgefunden, so dass diese glücklicherweise heute nicht mehr existieren.

Stimmt es, dass in den vergangenen sechs Jahren trotz eines Schuldenabbaus in Höhe von etwa 3 Millionen Euro dennoch Ausgaben in Höhe von etwa 25 Millionen Euro getätigt wurden?

Ja das stimmt. Trotz der hohen Gesamtverschuldung darf es aus meiner Sicht keinesfalls zu einem Stillstand im Bereich der notwendigen Investitionen kommen, was die Situation der Stadt Weismain sonst noch zusätzlich verschlechtern würde. Es herrscht nämlich ohnehin aus den vergangenen Jahrzehnten ein großer Investitionsstau vor.

Was waren aus Ihrer Sicht die größten Maßnahmen der vergangenen sechs Jahre?

Ich denke hier exemplarisch insbesondere an die Generalsanierung unserer Grundschule, den Ausbau des „Frankenberger-Berges“ sowie den Ausbau der Straße von Großziegenfeld nach Mährenhüll. Auf weitere Maßnahmen will ich an dieser Stelle gar nicht eingehen, da dies den Rahmen sprengen würde.

Erfreulicherweise konnte die Stadt Weismain im Jahr 2013 erstmals seit 2005 wieder einmal einen Haushalt aufstellen, der nicht einer Genehmigung durch das Landratsamt Lichtenfels bedurfte. Wie war dies möglich?

Wie bereits vorhin gesagt, gilt strenge Haushaltsdisziplin. Oberste Prämisse ist, sämtliche Einnahmemöglichkeiten der Stadt Weismain auszuschöpfen und sich bei den Ausgaben auf solche Investitionen zu beschränken, zu deren Durchführung eine gesetzliche Verpflichtung besteht. Und dabei ist es ganz wichtig, sämtliche Fördermitteltöpfe anzuzapfen, die es gibt. Unser Regierungspräsident Wilhelm Wenning hat anlässlich der Einweihung unserer Grundschule in seiner Festrede gesagt:

„Ihr Bürgermeister Dauer ist bestens bekannt dafür, dass ihm die Höchstförderung gerade gut genug ist.“

 Um eine solche erreichen zu können, sind natürlich die Ausarbeitung und die  Vorlage solider und schlüssiger Konzepte bei den Fördermittelgebern zwingende Voraussetzung. An dieser Stelle gebührt mein aufrichtiger Dank auch einmal meinen tüchtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus, die hierzu oft Großartiges beitragen.

Das Wichtigste war für mich jedoch, dass es gleich zu Beginn meiner Amtszeit gelungen ist, in das Pilotprojekt „Struktur- und Konsolidierungshilfen“ des Freistaates Bayern aufgenommen zu werden. Hier bekamen 32 Städte, Märkte und Gemeinden Bayerns, die unverschuldet in eine finanzielle Schräglage geraten sind, Finanzhilfen des Staates. Leider ist dieses Programm zwischenzeitlich ausgelaufen, doch es ist uns gelungen, auch in das Folgeprogramm aufgenommen zu werden, so dass wir jetzt in den Genuss von „Stabilisierungshilfen“ kommen. Insgesamt konnte in der Zeit von 2008-2013 ein Betrag in Höhe von 5,54 Millionen Euro an Finanzhilfen des Staates vereinnahmt werden.

Daraus erschließt sich, dass die Stadt Weismain derzeit ohne Finanzhilfen des Staates nicht auskommt, um wieder auf eigenen Füßen stehen zu können. Doch was würde passieren, wenn es diese nicht mehr gäbe?

Das wäre gerade zum jetzigen Zeitpunkt, an dem es nun gilt, den Haushalt zu stabilisieren, fatal. Mir ist jedoch durchaus klar, dass es nicht auf ewige Zeiten solche Konsolidierungshilfen des Staates geben wird. Aus diesem Grund arbeiten wir derzeit mit Hochdruck an einem neuen Konzept, das genau an der Stelle ansetzt, an der das eigentliche Finanzproblem der Stadt Weismain verwurzelt ist.

Vereinfacht gesagt, handelt es sich schlichtweg um die hohen Beträge, die wir jährlich für (den aus heutiger Sicht hohen) Zins und Tilgung (Schuldendienst) erwirtschaften und aufbringen müssen. Wenn man noch die Kosten für den laufenden Betrieb hinzurechnet, reichen die Einnahmen bei weitem nicht mehr aus. An neue Investitionen ohne Kreditmittel ist gleich gar nicht zu denken. Folglich kommen wir aus dem Teufelskreis nicht eigenständig heraus.

Insbesondere können weder auf der Einnahmen- noch auf der Ausgabenseite solch hohe Summen mehr generiert werden, dass der Fehlbetrag ausgeglichen werden kann, da weitgehend schon alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Um dennoch wieder auf eigenständige Füße zu kommen, gibt es aus meiner Sicht nur eine einzige Lösung. Diese lautet: Umschuldung.

Was bedeutet dies konkret?

Es muss uns gelingen, den Schuldendienst unter Ausnutzung der derzeitigen Niedrigzinsphase so deutlich zu reduzieren, dass zudem zukünftig unsere Einnahmen auch noch ausreichen, um den laufenden Betrieb zu finanzieren und um eine freie Spanne für notwendige Investitionen zu erwirtschaften.

Ohne an dieser Stelle wegen der Komplexität der Thematik auf nähere Einzelheiten einzugehen, gestaltet sich dieses Vorhaben insbesondere aus vertraglichen Gründen als äußerst schwierig, aus heutiger Sicht jedoch umsetzbar. Insbesondere muss hier anhand schlüssiger Konzepte viel Überzeugungsarbeit gegenüber dem Freistaat Bayern geleistet werden, damit dieser uns auf unserem selbst gewählten steinigen Weg begleitet und unterstützt. Erste viel versprechende Gespräche konnten bereits mit Banken und den maßgeblichen staatlichen Stellen geführt werden. Daher bin ich guter Dinge gemäß dem Motto: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“

Genau in diesem Vorhaben liegt aus meiner Sicht die größte Herausforderung der nächsten Jahre. Und genau an diesem Punkt braucht es ein gehöriges Maß an gegenseitigem Vertrauen und Zusammenhalt. Wenn dies alles vorhanden ist, so glaube ich,  dass wir unser Ziel erreichen können. 

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Neuansiedelung bzw. Erweiterung von Gewerbebetrieben

Nachdem die Stadt Weismain von Natur- und Landschaftsschutzgebieten nahezu umzingelt ist, ist die Entwicklung von Gewerbeflächen nur in Richtung Altenkunstadt möglich. Dort liegt jedoch seit etwa dem Jahr 2000 ein sog. „Faktisches Überschwemmungsgebiet“, was bedeutet, dass in diesem Bereich ein absolutes Bauverbot herrscht. Wie kann dieses Problem gelöst werden?

Verfahrensrechtlich konnte dieses Problem glücklicherweise kürzlich gelöst werden. Ausgangspunkt war, dass die Firma BAUR vor etwa drei Jahren den Bau ihrer neuen Parkplätze im Bereich des Verwaltungsgebäudes aus wasserrechtlichen Gründen beinahe nicht hätte verwirklichen können, nur weil ein in den 1990ger Jahren

eingeleitetes Wasserrechtsverfahren nicht konsequent fortgeführt wurde. Um das Vorhaben der Firma BAUR dennoch schnellstmöglich zu ermöglichen, haben wir die Versäumnisse der Vergangenheit dahingehend geheilt, indem wir das Wasserrechtsverfahren unverzüglich aufgegriffen und seither permanent an dessen Umsetzung gearbeitet haben. Dieses hat nun formell seinen Abschluss gefunden, indem seit Anfang Februar 2014 der wasserrechtliche Erlaubnisbescheid vorliegt.

 

Was bedeutet dies konkret?

Nun müssen die entsprechenden Auflagen, welche die staatlichen Stellen von uns einfordern, umgesetzt werden. Insbesondere ist ein sog. „Retensionsausgleich“ zu schaffen, d. h. wir müssen beispielsweise zunächst zusätzliche Flächen erwerben, die dann abgegraben werden, damit sich im Hochwasserfall dort das Wasser, das eigentlich die Gewerbeflächen überfluten würde, ausbreiten kann. Die Kosten hierfür werden sich voraussichtlich auf mindestens 500.000 € belaufen. Ich werde dem Stadtrat vorschlagen, die Maßnahmen zügig in den Jahren 2014/2015 umzusetzen.

Bedeutet dies, dass so lange die Gewerbegebiete „Feldteile“ nicht bebaubar sind, bis die Auflagen erfüllt sind?

Vom Grundsatz her „Ja“. Im Rahmen einer Besprechung am 06.02.2014 wurde jedoch mit allen beteiligten Behörden ein Lösungsansatz erarbeitet, wonach eine zeitnahe Teilbebauung möglich sein wird.

Dann verhält es sich ja gar nicht so, dass Sie angeblich in dieser Angelegenheit untätig gewesen seien, wie von mancher Seite behauptet wird.

Wenn ich untätig gewesen wäre, dann gäbe es heute keinen wasserrechtlichen Erlaubnisbescheid. Damit bin ich meiner Verantwortung vollkommen gerecht geworden. Mich wundert nur, dass diejenigen, die solche Behauptungen aufstellen, verschweigen, dass dieses Wasserrechtsverfahren wie schon gesagt bereits in den 1990ger Jahren eingeleitet wurde. Leider wurde es jedoch genau von denjenigen, die mir heute Untätigkeit vorwerfen, nicht konsequent weitergeführt mit der Folge, dass dies vor etwa drei Jahren beinahe der Firma BAUR bei der Parkplatzerweiterung zum Verhängnis geworden wäre.

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Stadtentwicklung 

Man hört und liest immer wieder von anderen, dass diese schnellstmöglich die Erstellung eines Baulückenkatasters anstreben. Wie bewerten Sie dieses Vorhaben?

Grundsätzlich ist ein Baulücken- und Leerstandskataster auch aus meiner Sicht erforderlich und ist daher bereits als Projektvorschlag in unser „Städtebauliches Entwicklungskonzept“ aufgenommen worden. Der Vorteil, dieses Vorhaben auf diese Art und Weise voranzubringen ist der, dass die damit verbundenen Kosten bei einem Fördersatz von bis zu 60 % vom Staat übernommen werden können.

Leider gibt es in Weismain seit einiger Zeit keine Metzgerei mehr. Auch ein Drogeriemarkt hat seine Pforten schließen müssen. Zudem ist der Trend erkennbar, dass sich der Einzelhandel zunehmend auf die „Grüne Wiese“ verlagert. Wie kann man dieser Entwicklung aus Ihrer Sicht entgegentreten?

Ich vertrete die Auffassung, dass wir unser „Städtebauliches Entwicklungskonzept“ aufgrund der aktuellen Entwicklungen unbedingt um das Projekt „Innenstadtmanagement“ erweitern sollten, was ebenfalls mit einem Fördersatz von bis zu 60 % der Kosten förderfähig wäre. Zunächst einmal habe ich unsere Gewerbetreibenden im Bereich des Marktplatzes im Februar 2014 zu einem Gespräch eingeladen mit dem Ziel, über die Zukunftsperspektiven Weismains insbesondere in den Bereichen Einzelhandel und Gastronomie zu diskutieren. Aus meiner Sicht ist ein unwahrscheinlich großes Potential vorhanden, um unsere Innenstadt attraktiv gestalten zu können. In erster Linie geht es mir dabei nicht so sehr um die Ansiedlung neuer Geschäfte. Vielmehr liegt mir zunächst einmal ein nachhaltiger Erhalt der bestehenden Einrichtungen ganz besonders am Herzen. Wenn wir attraktiv genug sind, dann wird es aus meiner Sicht auch zu Geschäftsneugründungen kommen.

Allerdings ist mir die Entstehung von Nahversorgungszentren auf der „Grünen Wiese“ ein großer Dorn im Auge, da hierdurch unseren Ortskernen weitere Kaufkraft entzogen wird. Daher stehe ich genau dieser Entwicklung, die sich in diesem Bereich derzeit auch bei uns abspielt, sehr kritisch gegenüber.

Wie steht es eigentlich mit dem Thema „Zufahrt Kastenhof“ 

Dieses Thema ist aus meiner Sicht sehr schwierig und will daher sehr wohl überlegt sein. Ich bin selbst nicht begeistert davon, dass wir bis heute trotz der vielen Versuche noch keine zufrieden stellende Lösung gefunden haben. Daher werden derzeit noch einmal sämtliche mögliche Lösungsansätze überprüft und auch optimiert. Diese möchte ich dann gerne in den laufenden städtebaulichen Entwicklungsprozess einbringen und damit auf eine breite Basis stellen. Hoffentlich führt dies dann zu einer akzeptablen Lösung, die möglichst allen Vorstellungen gerecht wird.

Bedeutet dies, dass die Feierlichkeiten, die jährlich im Kastenhof abgehalten werden, möglicherweise entfallen müssen?

Das glaube ich nicht. Die Weismainer Blasmusik hat beispielsweise kürzlich mitgeteilt, dass die Weismainer Kirchweih auf jeden Fall im Kastenhof stattfinden wird. Hierfür bedanke ich mich bereits heute bei allen Verantwortlichen.

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